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Die Klinik in Bad Oeynhausen ist ein Krankenhaus der besonderen Art. Die Patienten, die oft vom Säuglingsalter an hier behandelt werden, bleiben auch als Erwachsene in der Obhut des Klinik- teams. Chefarzt Univ.-Prof. Dr. Deniz Kececioglu erläutert das Konzept.
Die Klinik heißt bewusst Klinik für Angeborene Herzfehler und nicht Kinderkardiologie: warum? Kececioglu: Wir versorgen Patienten mit angeborenen Herzfehlern nicht nur im Kindesalter, sondern wir begleiten sie ein Leben lang. Ein interdisziplinäres Team aus Kinderkardiologen, Kardiologen und Herzchirurgen kümmert sich auch um Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern. Wenn die Kinder mit angeborenen Herzfehlern erwachsen werden, benötigen sie eine ganz individuelle Behandlung, da dann Fragen zur Ausbildungs- und Berufsplanung sowie zur Familiengründung auftauchen.
Worin unterscheidet sich Ihre Arbeit von der Ihrer Kollegen, die mit Patienten mit erworbenen Herzfehlern arbeiten? Kececioglu: Wir beschäftigen uns vornehmlich mit angeborenen, komplizierten Fehlbildungen des Herzens. Das sind andere Krankheitsbilder als in der Kardiologie. Die Kollegen dort behandeln beispielsweise Koronare Herzerkrankung, verkalkte Herzklappen, Herzrhythmusstörungen, die sich im Laufe des Lebens entwickelt haben.
Laien haben oft das Bild vor Augen, in der Medizin sei alles möglich. Können Sie jedes Kind mit angeborenem Herzfehler retten? Kececioglu: Pro Jahr kommen in Deutschland rund 7500 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Das Spektrum reicht vom Loch in der Vorhof- oder Kammerscheidewand bis zu komplexen Herzfehlern. Mit den heutigen interventionellen und operativen Möglichkeiten können wir selbst vielfältige Fehlbildungen des gesamten Herzens und der angrenzenden Gefäße behandeln und auch diesen Kindern guten Lebensperspektiven geben.
Was steckt hinter der Philosophie „Heilen mit Herz und Verstand“ in der Klinik für Angeborene Herzfehler? Prof.-Univ. Deniz Kececioglu: Wir legen besonderen Wert auf schonende Diagnosemethoden und Therapieverfahren sowie eine verständnis- und liebevolle Rundumbetreuung der uns anvertrauten Patienten.
Quelle: [4] Graefe I.: HealthCare Journal 02/2008
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